St. Pauli Logo
Boxabteilung FC St. pauli
Totenkopf St. Pauli
Die Boxabteilung des FC St. Pauli von 1910 e.V. - Harald-Stender-Platz 1 - 20359 Hamburg
Startseite
Der FC St. Pauli
Die Boxabteilung
Aktuelles aus der Abteilung
Trainerteam
Trainingsregeln
Trainingszeiten & -orte
Probetraining
Trainingsgruppen
Anfänger
Fortgeschrittene
Leistungs- & Wettkampfsport
Kämpferliste
Kampfberichte
True School Boxing Oktober 2011
Lonsdale
aureos-Sportstudio
Bildergalerien
Videos
Interviews
Geschichte des Boxens
Lexikon des Boxens
Gewichts- & Altersklassen
Wettkampfbestimmungen
Beitrag & Eintritt & Austritt
Satzung & Abteilungsordnung
FAQs
Links & Literatur
Newsletter abonnieren
Kontaktformular
Impressum & Ansprechpartner
Start > Boxlexikon

Boxlexikon


Wie jeder Sport hat auch das Boxen eine Fülle von Fachbegriffen hervorgebracht, die sich auf die Ausübung des Sports in Training und Wettkampf, auf die verwendeten Gegenstände und auf die Regeln beziehen. Mit diesem kleinen Lexikon bzw. Glossar wollen wir Interessierten eine kleine Hilfestellung geben.


AIBA. Abkürzung für → International Boxing Organisation

A-Lizenz. → Trainer

Altersklassen. Um möglichst ausgeglichene Kampfpaarungen zu ermöglichen, sind die Sportler nicht nur in Gewichts- und Leistungsklassen eingeteilt, sondern vor allem auch Altersklassen zugeordnet. Die Altersklassen sind: → Schüler (U13), → Kadetten (U15), → Junioren (U17), → Jugend (U19) und Erwachsene (Elite). Für reguläre Wettkämpfe können nur Sportler ein und derselben Alterssklasse gegeneinander antreten. Eine Übersicht der Altersklassen findest du unter → Gewichts- & Altersklassen auf dieser Website.

AmatateurboxenAmateurboxen: Mit Trikot und Kopfschutz (Quelle: Wikipedia)Amateurboxen. Als Amateurboxen bezeichnet man in Abgrenzung zum Profiboxen jenes Boxen, das einheitlich unter dem Dach eines einzigen internationalen Dachverbandes (→ AIBA) und nationaler Fachverbände organisiert ist und vom → International Olympic Comittee bzw. nationalen Olympischen Organisationen anerkannt ist. Nur solchermaßen organisierte Boxer können z.B. an den Olympischen Spielen teilnehmen. Im Vergleich zum Profiboxen steht beim Amateurboxen der sportliche Gedanke und Vergleich mehr im Mittelpunkt. Aspekte der Vermarktung (Börsen, Verträge, konkurrierende Verbände, TV-Rechte etc.) spielen im Amateurbereich hingegen keine bzw. nur eine untergeordnete Rolle. Gleichzeitig werden die Amateurboxer durch ein vom Profiboxen unterschiedliches Regelwerk besser geschützt (→ Schutzbestimmungen). Weil »Amateurboxen« in den Ohren vieler Laien nach technisch unzureichendem Boxen klingt, wird das Amateurboxen in letzter Zeit zunehmend auch als »Olympisches Boxen« bezeichnet. Tatsache ist jedoch, dass die boxerische Ausbildung auch der bekannten und erfolgreichen Profiboxer in den meisten Fällen in ihrer Zeit als Amateur geschah, da die Profiboxställe in der Regel keine sportliche Nachwuchsarbeit auf breiter Basis betreiben. Viele medial vermarktete und daher bekannte Profiboxer waren vor ihrer Zeit als Profi erfolgreiche Amateure gewesen, die aber zu dieser Zeit nur einem relativ kleinen und fachkundigen Kreis bekannt waren. Oft veränderten sie als Profi in Anpassung an das andere Regelwerk und aus Gründen ihrer Vermarktbarkeit ihren Kampfstil.

Anfänger. → Leistungsklassen

Anzählen. Geht der Boxer nach Wirkungstreffern zu Boden oder ist auch stehend infolge von Treffern verteidigungsunfähig, so wird der getroffene Boxer angezählt. Der Ringrichter zählt dabei immer bis 8 und prüft dann, ob der angezählte Boxer wieder kampfbereit ist. Ist er es nicht, zählt der Ringrichter bis 10 weiter und beendet den Kampf. Bei einem schweren Niederschlag muss der Ringrichter ohne Anzählen sofort auf K.O. entscheiden und den Arzt hinzurufen. Während des Anzählens hat der andere Boxer in eine neurale (weiße) Ecke des Rings zu gehen.

Aufwärtshaken. → Haken

Boxer in Linskauslage
Boxer in Linksauslage (Normalauslage): Linkes Bein und linke Hand vorne
Auslage. Ganz ähnlich wie die meisten Menschen entweder Rechts- oder Linkshänder sind, haben die meisten Boxer auch eine bevorzugte Schritt-Körper-Stellung. Stehen sie in der boxerischen Grunstellung intuitiv mit dem linken Bein vorne, spricht man von »Linksauslegern«. Bevorzugen sie das rechte, nennt man sie »Rechtsausleger«. Der überwiegende Teil der Boxer boxt in der Linksauslage, die darum auch als »Normalauslage« bezeichnet wird. Rechtsausleger sind für viele Linksausleger ungewohnt zu boxen. Die seltener vorkommende Auslage erfordert beim Linksausleger zum Teil veränderte Taktiken, Techniken und Bewegungen. Zudem sind die Distanzen verändert. Der Rechtsausleger hingegen ist gewohnt, mit Linksauslegern zu boxen. Gute Boxer können auch während des Kampfes in die andere Auslage wechseln und damit überraschen.

Ausweichbewegung. Von einer Ausweichbewegung spricht man, wenn ein Boxer einen Schlag vermeiden will, indem er seine Körperbewegung mit einem Schritt verbindet. → auch Meidbewegung

Ballhandschuhe. → Gerätehandschuhe

Bandagieren der Hände
Banadgieren der Hände
Bandagen. Bandagen sind verbandsähnliche Binden aus Baumwolle, die der Boxer um Hand- und Fingergelenke wickelt. Sie dürfen maximal 4,5 Meter lang sein. Um das Binden der Bandagen zu erleichtern, sind sie meist mit einer Daumenschlaufe und einem Klettverschluss versehen. Bandagen stabilisieren die Gelenke sowie die Knochen der Mittelhand und helfen vor Verletzungen zu schützen. Darüber hinaus verhindern sie, dass das Innere des Boxhandschuhs allzu schweißnass wird. Für Wettkämpfe sind sie verbindlich vorgeschrieben. Verwendung von Tapes zur Verstärkung der Bandagen sind nicht zulässig.

Blaue Ecke. Die durch ein blaues Eckenpolster gekennzeichnete Ecke des Boxrings. Die blaue Ecke (ebenso wie die gegenüberliegende rote Ecke) ist stets einem der beiden Kämpfer zugewiesen. Hier findet in den Rundenpausen die Betreuung des Kämpfers statt. Der jeweiligen Eckenfarbe entsprechend tragen die Wettkämpfer entweder blaue oder rote Boxhandschuhe. Bei höherklassigen Wettbewerben sind auch Kopfschützer und Trikots der Eckenfarbe angepasst. → Boxring

B-Lizenz. → Trainer

»Box!« → Ringkommandos

Boxkampf. → Wettkampf

Boxpointer. Der Boxpointer ist ein Hilfsmittel für die Bewertung eines Kampfes durch die Punktrichter (→ Kampfgericht). Jeder der 5 Punktrichter hat ein Bedienelement vor sich auf dem Tisch, über das er per Tastendruck entsprechend seiner Beobachtung entweder einen Treffer für den Boxer der roten oder der blauen Ecke geben kann. Die Wertungen der einzelnen Punktrichter werden in einem angeschlossenen Computer zusammengeführt und zu einem Endergebnis jeder Runde und abschließend des ganzen Kampfes ausgewertet. Die Software rechnet dabei extrem von der durchschnittlichen Wertung aller Punktrichter abweichende Einzelwertungen heraus. (→ Punktwertung)

Boxring. Ein Boxring nach den Vorgaben der → AIBA misst zwischen 4,90 m und 6,10 m im Quadrat. Er ist begrenzt durch drei oder vier Seile. Sein Boden ist mit einem dämmenden Material belegt. Die vier Ecken des Rings teilen sich auf in zwei sog. »neutrale Ecken« (mit weißen Eckenpolstern) und in jeweils eine rote und blaue Ecke (mit Polstern in entsprechenden Farben). Die farbigen Ecken sind jeweils einem Kämpfer als »Heimat« zugeordnet. In diesen Ecken findet während der Rundenpausen die Betreuung der Boxer statt. Die meisten Wettkampfringe sind sog. »Hochringe«, bei denen der Ringboden maximal 1,22 über dem Hallenboden liegen darf. Die Ringecken der Kämpfer sind mit einer Sitzgelegenheit für die Pause ausgestattet.

»Break!« Mit dem Kommando »Break!« unterbricht der Ringrichter den Kampf z.B. dann, wenn in einer Nahkampfdistanz keine Schläge mehr erfolgen. Beide Kämpfer haben bei dem Kommando »Break!« einen Schritt zurückzutreten und dürfen den Kampf ohne weiteres Kommando wieder aufnehmen. → Ringkommandos

Chemie-Pokal. Der alljährlich in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) ausgetragene Chemiepokal ist ein weltweit angesehenes Amateurboxturnier. Er wurde 1970 (also zur DDR-Zeit) ins Leben gerufen. Vor allem aus den damaligen sozialistischen Ländern, in denen das Profiboxen nicht erlaubt war, nahmen viele (spätere) Europameister, Weltmeister und Olympiasieger auch am Chemiepokal teil.

C-Lizenz. → Trainer

DBV. Abkürzung für → »Deutscher Boxsport-Verband«

Deckung. Deckung ist eine passive Verteidigungshandlung. Hände und Arme werden dabei so vor die Trefferflächen an Körper und Kopf bewegt, dass der gegnerische Schlag damit entweder gänzlich abgewehrt oder zumindest in seiner Wirkung abgeschwächt wird. Ein durch die Deckung abgewehrter oder behinderter Schlag zählt nach den Regeln der → Wettkampfbestimmungen nicht als Treffer. Trotzdem kosten Schläge auf die Deckung auch dem Abwehrenden Kraft.

Deutscher Boxsport-Verband (DBV). Die Dachorganisation des → Amateurboxsports in Deutschland mit Sitz in Kassel (Hessen). Der DBV ist Mitglied im »Deutschen Olympischen Sportbund« (DOSB) und in der → AIBA. Er veranlasst u.a. die Ausrichtung der alljährlichen Deutschen Meisterschaften im Amateurboxen, betreibt die Olympiastützpunkte und bestimmt die Teilnehmer an den Europa- und Weltmeisterschaften sowie an den Olympischen Spielen.

Logo Deutscher Olympischer SportbundDeutscher Olympischer Sportbund (DOSB). Der DOSB ist nach dem 2006 erfolgten Zusammenschluss des »Deutschen Sportbundes« (DSB) und des »Nationalen Olympischen Komittees« (NOK) die Dachorganisation des Sports in Deutschland. Die Landessportbünde und die Sportfachverbände sind in ihm organisiert. Über die rund 91.000 angeschlossenen Vereine vertritt der DOSB die Interessen von über 27 Millionen Sportlern. Seinerseits ist der DOSB in mehreren internationalen Organisationen vertreten, u.a. auch im Internationalen Olympischen Komittee. Im DOSB ist auch der → Deutsche Boxsport-Verband (DBV) als Sportfachverband vertreten.

Diagonalgang. Von Diagonalgang spricht man im Rahmen der Schlag-Schritt-Koordination dann, wenn im Moment der Schlagausführung die Hand der einen Seite zusammen mit dem Fuß der anderen Seite nach vorne gebracht ist: Schritt mit links und Schlag mit rechts bzw. Schritt mit rechts und Schlag mit links. → auch Passgang

Disqualifikation. → Kampfentscheidungen

Doppelendball. An seiner Ober- und Unterseite federnd aufgehängter Ball, bestehend aus einer Gummiblase mit Ledermantel. Wird zum Training von Reaktionsvermögen, Treffsicherheit und Timing benutzt. Insbesondere Konterskills können somit gefördert werden.

DOSB. Abkürzung für → Deutscher Olympischer Sportbund

Doublette. Eine Doublette (auch Doppelschlag genannt) ist die zweifache, schnelle Ausführung ein- und desselben Schlages unmittelbar hintereinander.

Elite. → Altersklassen

Ermahnung. Eine Ermahnung spricht der Ringrichter bei einem regelwidrigen Verhalten aus. Er unterbricht den Kampf dafür mit dem Kommando »Stopp!« und weist den Kämpfer, der den Regelverstoß begangen hat, auf diesen Verstoß hin. Meistens geschieht dies in einer Art Zeichensprache. Wenn ein Kämpfer bereits dreimal wegen derselben Art des Regelverstoßes ermahnt wurde, gibt es beim vierten Mal eine → Verwarnung.

EUBC. Abkürzung für → European Boxing Confederation

European Boxing Confederation (EUBC). Die europäische Dachorganisation des Amateurboxens. Die EUBC ist Mitglied in der → AIBA, der Weltorganisatuin des Amateurboxens.

Finte. Eine Finte ist ein angetäuschter Schlag. Fintierte Schläge sollen i.d.R. den Gegner dazu veranlassen, seine Deckung in Richtung des erwarteten Treffers zu bewegen, um dann eine bessere Trefferchance an nunmehr weniger gut gedeckten Trefferflächen zu erlangen.

Fortgeschrittene. → Leistungsklassen

Frauenboxen. Die Tätigkeit von Frauen als Akteurinnen und Offizielle im von Männern dominierten Boxsport ist seit jeher und über lange Zeit eine Randerscheinung gewesen. Das weibliche Engagement galt, ungeachtet seines bis an den Anfang des 18. Jahrhunderts zurück verfolgbare Geschichte, bis in die 80er und 90er Jahre des 20. Jahrhunderts als nicht förderungswürdig, und zwar im Profi- wie im Amateurbereich gleichermaßen. Mit der Etablierung des ersten Profiboxverbandes für Frauen (Women’s International Boxing Federation) und dem Beschluss der AIBA, Frauen im Amateursport zuzulassen, änderte sich Mitte der Neunziger Jahre zumindest die formale Situation der Boxerinnen. Im Jahre 2012 nehmen weibliche Amateure erstmals an den Olympischen Spielen teil.

Führhand
Die Führhand im Einsatz
Führhand. Als Führhand bezeichnet man jene Hand des Boxers, die in der Grundstellung am dichtesten an seinem Gegner ist. Führhand und Beinstellung korrespondieren miteinander: Bei Linksauslegern, die in der Grundstellung den linken Fuß vorne haben, ist die linke Hand die Führhand. Bei Rechtsauslegern verhält es sich andersherum. Die Führhand ist meist die weniger schlagstarke Hand. Dennoch kommt ihr eine entscheidende Bedeutung zu: Sie ist, bedingt durch die Körperstellung, jene Hand, die am dichtesten am Gegner ist. Im Regelfall eröffnet sie die Aktionen des Angriffs oder der Verteidigung. Der Boxer versucht im Regelfall mit Führhandschlägen die Wirkungsschläge der → Schlaghand vorzubereiten. Der Arbeit mit der Führhand kommt daher große taktische Bedeutung zu.

Gerade. Als Gerade bezeichnet man einen Schlag, der mit fast vollständig gestrecktem Arm trifft und in einer nahezu geraden Bewegungslinie ausgeführt wird. Wegen der Streckung des Arms ist es der Schlag mit der höchsten Reichweite und wird daher vorzugsweise in der → Langen Distanz angewandt.

Gerätehandschuhe. Gerätenhandschuhe (oft auch »Ballhandschuhe« oder »Sandsackhandschuhe« genannt) sind spezielle Handschuhe für das Training am Sandsack, an fest montierten Schlagpolstern, Punchingballs oder anderen Geräten. Sie sind weniger stark gepolstert als Boxhandschuhe und können einen unterschiedlichen Schnitt haben. Normale Boxhandschuhe würden beim Gerätetraining schnell verschleißen. Vor allem die Polsterung der normalen Boxhandschuhe nimmt durch das Gerätetraining Schaden, so dass sie für Partnerübungen bald nicht mehr geeignet sind.

Gewichtsklassen. Um möglichst ausgeglichene Kampfpaarungen zu ermöglichen, sind die Sportler nicht nur in Altersklassen und Leistungsklassen eingeteilt, sonder vor allem auch Gewichtsklassen zugeordnet. Für reguläre Wettkämpfe können in der Regel nur Sportler ein und derselben Gewichtsklasse gegeneinander antreten. Die Gewichtsklassen sind alters- und geschlechtsabhängig etwas unterschiedlich festgesetzt. Das aktuelle Gewicht eines Kämpfers wird zwei Stunden vor dem Wettkampf beim offiziellen → Wiegen ermittelt. In Ausnahmefällen können Kämpfer unterschiedlicher Gewichtsklassen gegeneinander antreten, wenn der Gewichtsunterschied beider Kämpfer nicht größer ist als die Gewichtsdifferenz in der Gewichtsklasse des leichteren der beiden Boxer. Eine Übersicht der Gewichtsklassen findest du unter → Gewichts- & Altersklassen auf dieser Website.

Golden Gloves. Traditionsreiche und renommierteste Amateurboxturnierreihe in den Vereinigten Staaten. Seit 1923 stehen einander in regionalen und nationalen Kampfveranstaltungen junge Boxer gegenüber und finanzieren mit ihren Auftritten u.a. karitative Projekte. Unterstützt von namhaften Tageszeitungen und einem gleichnamigen Franchise-Unternehmen dienen die Golden Gloves als medial gut gecoverte Bühne für junge Talente. Joe Louis, Muhammad Ali oder Floyd Mayweather Jr. waren vor ihrer Profikarriere Golden-Gloves-Champions.

Gürtellinie. Als Gürtellinie bezeichnet man jene Linie, unterhalb derer Schläge verboten sind und als Tiefschlag ermahnt oder verwarnt werden. Bei der Wettkampfkleidung ist die Gürtellinie durch den Hosenband gekennzeichnet, der zu besseren Erkennbarkeit eine deutlich andere Farbe haben muss als das Oberteil des Trikots.

Gym. Bezeichnet im Englischen den alltäglichen Trainingsort des Boxers, meint aber auch eine bestimmte Art des Trainingsangebots. Das Gym bietet, ähnlich einem herkömmlichen Fitnessstudio bei uns, keine bestimmten Trainingszeiten, sondern Öffnungszeiten. Die Sportler kommen und gehen, wie es das persönliche Trainingsprogramm vorsieht oder der individuelle Lebenswandel erlaubt. Man trainiert den ganzen Tag in wiederkehrenden Intervallen nebeneinander und miteinander. Gyms sind klassischerweise keine Mehrzweck- sondern ausschließliche Boxhallen mit hauptamtlichen Betreuern. Bekannte Gyms sind Gleason’s Gym in der South Bronx, das Kronk in Detroit oder das Universum-Gym in Wandsbek.

HABV. Abkürzung für → Hamburger Amateurboxverband

Haken. Als Haken bezeichnet man solche Schläge, die mit angewinkeltem Arm und in einer kreis- bzw. bogenförmigen Bewegung geschlagen werden. Die Bewegungsrichtung kann dabei nach oben zeigen (Aufwärtshaken) oder seitlich geführt werden (Seitwärtshaken) und entweder auf den Körper oder Kopf zielen. Infolge des angewinkelten Armes ist die Reichweite des Hakens geringer als bei einer → Geraden. Man findet den Haken darum hauptsächlich als Schlag der → Halbdistanz oder → Nahdistanz.

Halbdistanz. Die Halbdistanz bzeichnet jene Entfernung zum Gegner, in der Haken und Geraden gleichermaßen gut angebracht werden können. → Lange Distanz → Nahdistanz

Hamburger Amateurboxverband (HABV). Der HABV ist der für Hamburg zuständige regionale Fachverband für das Olympische Boxen / Amateurboxen. Hamburger Vereine müssen sich dem HABV anschließen, wenn sie an Amateurboxkämpfen teilnehmen oder solche veranstalten wollen. In Hamburger Stadtteil Alsterdorf unterhält der HABV eine eigene Boxsporthalle als Trainings- und Wettkampfstätte. Der HABV ist seinerseits Mitglied im → DBV als nationale Dachorganisation des Amateurboxens und dem Hamburger Sportbund.

Handtuch. Das Handtuch in der Ringecke dient nicht nur dem Abwischen von Schweiß und Blut in den Rundenpausen bzw. bei Kampfunterbrechungen, sondern ist laut Wettkampfbestimmungen auch das Zeichen für die Aufgabe des Kampfes durch den Trainer, wenn es während des Kampfes in den Ring geworfen wird.

Innenhand. Von einer »Innenhand« bzw. genauer von einem Innenhandschlag spricht man, wenn der Gegner mit einer nicht erlaubten Fläche des → Handschuhs getroffen wird. Innenhandschläge sind eine relativ häufige Regelwidrigkeit und werden durch den Kampfrichter angezeigt, indem er mit dem Zeigefinger der einen Hand auf die Faustinnenseite der anderen Hand zeigt.

Logo der AIBAInternational Boxing Organisation (AIBA). Die AIBA ist der internationale Dachverband des Amateurboxens mit Sitz in Lousanne (Schweiz). Die Abkürzung »AIBA« stammt noch von der alten Benennung »Association Internationale de Boxe Amateure«. Als Nachfolgeorganisation der 1920 gegründeten FIBA vertritt die AIBA seit 1946 die Belange des Amateurboxens als Olympische Disziplin und richtet alle zwei Jahre die Weltmeisterschaften sowie andere internationale Veranstaltungen aus. In ihr sind die kontinentalen und nationalen Boxverbände organisiert. Darüber hinaus sind die von der AIBA verabschiedeten Regeln für das Amateurboxen weltweit verbindlich.

International Olympic Committee (IOC). Die internationale Dachorganisation des Olympischen Sports mit Sitz im schweizerischen Lausanne. Das IOC besitzt die Rechte an den Olympischen Spielen und wählt unter den Bewerbern die Nationen aus, die die Olympischen Sommer- und Winterspiele alle vier Jahre ausrichten dürfen. Die nationalen olympischen Komitees sind Mitglied im IOC.

IOC. Abkürzung für → International Olympic Committee

Jugend. Jugend (U19) sind Boxer, die am Stichtag (31.12. des Vorjahres) das 16. Lebensjahr überschritten, aber das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. → Altersklassen

Junioren. Junioren (U17) sind Boxer, die am Stichtag (31.12. des Vorjahres) das 14. Lebensjahr überschritten, aber das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. → Altersklassen

Kadetten. Kadetten (U15) sind Boxer, die am Stichtag (31.12. des Vorjahres) das 12. Lebensjahr überschritten, aber das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. → Altersklassen

Kampf. → Wettkampf

Kampfentscheidungen. Ein Kampf kann nach den Regeln der → Wettkampfbestimmungen auf 9 unterschiedliche Weisen beendet werden:

  1. Sieg durch Niederschlag (K.O.)
  2. Sieg durch Aufgabe des Kampfes (AB)
  3. Sieg durch Abbruch des Kampfes wegen Kampf- oder Verteidigungsunfähigkeit (RSC)
  4. Sieg durch Verletzung des Boxers (RSC-I.)
  5. Sieg durch Punktwertung (n.P.)
  6. Unentschieden
  7. Sieg durch Disqualifikation des Boxers (Disq.)
  8. Sieg durch Nichtantreten (W.O.)
  9. Abbruch ohne Entscheidung (N.C.)
Im Olympischen Boxen / Amateurboxen ist die am häufigsten vorkommende Entscheidung der Sieg nach Punkten.

Kampfgericht. Das Kampfgericht besteht aus dem Ringrichter, den Punktrichtern, dem/den Zeitnehmer(n) und den Mitgliedern des Schiedsgerichts (Delegierter). Ring- und Punktrichter müssen weiße Kleidung tragen. Sie werden für ihre Ausgabe ausgebildet und erhalten eine Lizenz.

Kampfpass. Im Kampfpass werden die persönlichen Daten des Kämpfers, die Ergebnisse der Boxtauglichkeitsuntersuchungen und die Kämpfe des Boxers mit ihrem jeweilgen Ausgang eingetragen. Er ist international gültig und Eigentum des Kämpfers, wird aber vom jeweiligen Verein verwahrt.

Knock OutEin Kämpfer geht durch einen Wirkungsschlag K.O. (Quelle: Wikipedia)K.O. Die Abkürzung für »Knockout«. Von einem K.O. spricht man, wenn infolge des Kampfes bei einem Kämpfer eine (meist vorübergehende) Kampf- und Verteidigungsunfähigkeit eintritt. Entgegen weit verbreiteter Auffassung ist ein K.O. aber eher selten mit einer Bewusstlosigkeit verbunden. Wer ein regelkomformes K.O. erzielt, hat den Kampf für sich entschieden. In jungen Altersklassen versucht man K.O.s zu verhindern, indem man im Falle einer durch Schlagwirkung entstandenen Kampf- und Verteidigungsunfähigkeit den Sieger dadurch bestimmt, dass allein die Punkte bis zum Zeitpunkt der eintretenden Kampf- und Verteidigungsunfähigkeit auszählt. Siehe auch → Kampfentscheidungen

Kondition. Boxen stellt hohe Anforderungen an die anaerobe Ausdauer des Sportlers. Der Verbesserung dieser Ausdauer kommt eine entsprechend hohe Bedeutung im Training zu. Für viele sind diese Trainingsanteile eine hohe Motivation. Sie betreiben das Boxen unter anderem, umeinfach »nur fit« zu bleiben.

Kopfschutz. Im Amateurboxen sind Kopfschützer bei Wettkämpfen Pflicht. Zum einen dämpfen sie die Schläge zum Kopf, zum anderen schützen sie den Kopf, falls der Kämpfer im Ring fällt oder bei einem K.O. unkontrolliert zu Boden geht. Im Training sind Kopfschützer spätestens dann angeraten, wenn wettkampfnah trainiert wird. Die für den Wettkampf zugelassenen Kopfschützer müssen von der → AIBA und dem → DBV zugelassen sein.

Krafttraining. Entgegen mancher landläufigen Meinung steht reines Krafttraining beim Boxen nicht im Mittelpunkt des Trainings. Boxen ist kein Bodybuilding. Übertriebenes und einseitig auf Muskelzuwachs und Körperformung ausgerichtetes Krafttraining birgt sogar die Gefahr in sich, dass die boxerischen Fähigkeiten sich verschlechtern. Die Härte der Schläge kommt im Boxen zu einem guten Teil aus der Schnelligkeit und Effizienz der Bewegung.

Kuba. Insel mit großer Amateurboxtradition. Das sozialistische Kuba kennt keinen Profisport und lässt seine mit gründlicher Systematik und großer Sorgfalt ausgebildeten Boxer ausschließlich »um der sportlichen Ehre willen« antreten. Die kleine Insel wird in ihren Olympischen Boxerfolgen traditionsgemäß nur von den Vereinigten Staaten übertroffen.

Lange Distanz. Die Lange Distanz bezeichnet jene Entfernung zum Gegner, die zur Schlagausführung mit einem kleinen, schnellen Schritt überwunden werden kann. In der Regel bevorzugen größer gewachsene Boxer mit höherer Reichweite die Lange Distanz.

Leichtkontakt. Boxwettkämpfe sind nach dem Regelwerk der AIBA, also im »Olympischen Boxen«, immer Vollkontaktkämpfe (→ Vollkontakt). Bei Partnerübungen im Rahmen des Trainings wird jedoch ganz überwiegend im Leichtkontakt trainiert, weil hier Technik, Taktik und Motorik geschult werden sollen. Eine übermäßige Härte würde dazu führen, dass die jeweiligen Lernziele aus dem Auge geraten. Auch im Sparring wird nicht immer unter Vollkontaktbedingungen trainiert, denn auch hier geht es um Lernziele.

Leistungsklassen. Um möglichst ausgeglichene Kampfpaarungen zu ermöglichen, sind die Sportler nicht nur in → Gewichts- und → Altersklassen eingeteilt, sondern auch Leistungsklassen zugeordnet. Hat ein Boxer weniger als 7 Siege errungen, so zählt er zur Leistungsklasse C. Hat ein Boxer bis zu 14 Siege, so zählt er zur Leistungsklasse B. Hat ein Boxer über 14 Siege, so zählt er zur Leistungsklasse A.

Liga. Es gibt im Boxen auch einen Ligabetrieb. Allerdings spielt das Boxen in Ligen im Vergleich zu anderen Sportarten (z.B. Fußball) eine eher untergeordnete Rolle. So gibt es derzeit (Stand 2011) nur eine 1. und 2. sowie eine zweigeteilte 3. Bundesliga. Die Ligen bestehen auch aus bedeutend weniger Mannschaften, als man es von vielen anderen Sportarten her kennt. Eine Ligamannschaft besteht aus Kämpfern unterschiedlicher, aber festgelegter Gewichtsklassen. An den Kampftagen treten die Boxer der beiden Mannschaften in einzelnen Kämpfen gegeneinander an. Die Kämpfe werden nach den normalen Regeln des Olympischen Boxens ausgetragen. Die Einzelergebnisse fließen aber dann mit anderen Faktoren in ein Gesamtergebnis der Mannschaft ein. So erhält eine Mannschaft allein dann schon einen Punkt, wenn in den vorgeschriebenen Gewichtsklassen jeweils ein kampffähiger Boxer antritt. Ein Sieg bringt einen weiteren Punkt, ein Unentschieden fügt dem Punktekonto beider Mannschaften nichts hinzu. Bei acht angesetzten Kämpfen kann der denkbar höchste Sieg also 16 zu 8 sein, wenn alle Gewichtsklassen antreten.

Maisbirne. An einer Kette aufgehängter Lederball mit Füllung, der zur Ausbildung von Treffsicherheit (daher auch Punktball) und Distanzgefühl genutzt wird.

Meidbewegung. Von einer Meidbewegung spricht man, wenn ein Boxer einen Schlag vermeiden will, indem er, ohne einen Schritt zusetzen, lediglich seinen Körper bewegt. → auch Ausweichbewegung

Nahdistanz. Die Nahdistanz bezeichnet jene Entfernung zum Gegner, bei der kurz geschlagene → Haken den Gegner wirkungsvoll treffen können. In der Regel bevorzugen kleiner gewachsene Boxer die Nahdistanz.

Neutrale Ecke. Als neutrale (oder weiße) Ecken bezeichnet man jene zwei gegenüberliegende Ecken, deren Eckenpolster weiß sind. Sie sind keinem der Kämpfer zugeordnet. Wenn ein Kampf wegen Anzählens unterbrochen wird, hat sich der nicht betroffene Boxer in die neutrale Ecke zu begeben. → Boxring

Niederschlag. Von einem Niederschlag spricht man, wenn ein Boxer durch Schläge des Gegners zu Boden geht. Ein Stolpern oder Ausgleiten ohne Schlageinwirkung des Gegners zählt nicht als Niederschlag. Nach einem Niederschlag wird der betreffende Boxer angezählt. → Anzählen

Olympiade. Abgesehen von der Antike ist Boxen seit 1904 olympische Disziplin. Teilnahme und Sieg bei der Olympiade sind sicherlich das höchste, was man als Amateurboxer erreichen kann. Profiboxern bleibt diese Möglicheit versperrt, denn zu den Olympischen Spielen sind ausschließlich Amateurboxer zugelassen. Man sagt sogar, dass Boxen die letzte olympische Sportart sei, bei denen tatsächlich noch reine Amateure zum sportlichen Vergleich antreten. Gleichwohl waren viele bekannte und erfolgreiche Profiboxer vor ihrer zweiten boxerischen Karriere als Profis erfolgreiche Amateure gewesen und haben in ihrer ersten Karriere Weltmeistertitel und Olympiasiege erkämpft.

Olympisches Boxen. → Amateurboxen

Passgang. Von Passgang spricht man im Rahmen der Schlag-Schritt-Koordination dann, wenn im Moment der Schlagausführung die Hand der einen Seite zusammen mit dem Fuß derselben Seite nach vorne gebracht ist: Schritt mit links und Schlag mit links bzw. Schritt mit rechts und Schlag mit rechts. → auch Diagonalgang

Pratzentraining
Pratzentraining
Pratzen. Pratzen sind Schlagpolster, die der Trainer an den Händen trägt. Der Boxer schlägt beim Pratzentraining auf die Trefferflächen der Pratzen. Die Art und Weise, wie die Pratzen gehalten werden, stellen ein Signal dar, welche Schläge bzw. Schlagkombinationen geschlagen werden sollen. Pratzentraining ist ein hochintensives Training.

Profiboxen. → Amateurboxen

Punch. Unter Punch versteht man im Allgemeinen die Schlaghärte eines Boxers. Man sagt etwa: »Er hat einen harten Punch«, wenn ein Boxer über hohe Schlagkraft verfügt.

Punkte. → Punktwertung

Punktezettel. → Punktwertung

Punktrichter. → Kampfgericht

Punktsieg. → Kampfentscheidungen

Punktwertung. Schläge werden mit einem Punkt bewertet, wenn sie erstens mit der richtigen Trefferfläche des Boxhandschuhs ausgeführt werden, zweitens die erlaubten Stellen am Gegner treffen und drittens unbehindert an der Deckung vorbei mit dem Gewicht des Körpers oder der Schulter geschlagen werden. Jeder reguläre Wettkampf wird durch 3 oder 5 lizenzierte Punktrichter gewertet, die an Seiten des Boxrings sitzen und nach Möglichkeit die Treffer durch Tastendruck in eine Punktmaschine (→ Boxpointer) eingeben oder ersatzweise auf einem Punktezettel notieren. Durch den Ringrichter ausgesprochene Verwarnungen eines Boxers bringen dem Gegner des Verwarnten 2 Punkte.

Ringarzt. Das Regelwerk bestimmt, dass bei allen Wettkämpfen jederzeit ein Arzt anwesend sein muss. Vor dem Beginn der Kämpfe untersucht der Arzt alle Boxer auf ihre Boxtauglichkeit und überwacht anschließend auch die Kämpfe. Bei Verletzungen eines Boxers konsultiert der Ringrichter den Ringarzt, dessen Entscheidung verbindlich ist.

Ringkommandos. Den Kämpfern ist während des Kampfes das Sprechen verboten. Aber auch der Ringrichter beschränkt sich im Wesentlichen auf 3 Kommandos: »Box!«, wenn der Kampf eröffnet oder nach einer Unterbrechung wieder fortgeführt wird. »Stopp!«, wenn der Kampf aus besonderem Anlass unterbrochen werden muss (z.B. Ermahnung, Verwarnung, Anzählen etc.). »Break!«, wenn beide Boxer die Kampfhandlung unterbrechen sollen, um einen Schritt zurückzutreten und dann ohne neues Kommando den Kampf wieder fortzuführen. Sofern nötig, erläutert der Ringrichter in der Kampfunterbrechung mit Zeichen oder knappen Worten den Grund der Unterbrechung.

Ringrichter. → Kampfgericht

Rote Ecke. Die durch ein rotes Eckenpolster gekennzeichnete Ecke des Boxrings. Die rote Ecke (ebenso wie die gegenüberliegende blaue Ecke) ist stets einem der beiden Kämpfer zugewiesen. Hier findet in den Rundenpausen die Betreuung des Kämpfers statt. Der jeweiligen Eckenfarbe entsprechend tragen die Wettkämpfer entweder blaue oder rote Boxhandschuhe. Bei höherklassigen Wettbewerben sind auch Kopfschützer und Trikots der Eckenfarbe angepasst.→ Boxring

RSC. Abkürzung für »Referee stops Contest« → Kampfentscheidungen

Runde. Ein → Wettkampf ist in mehrere Runden unterteilt. Die Rundenzeit beträgt bei Erwachsenen i.d.R. 3 Minuten, kann auf Vereinbarung aber auch auf 2 Minuten verkürzt werden. Zwischen den Runden gibt es jeweils eine Pause von 1 Minute, um die Kämpfer zu betreuen. Jüngere Altersklassen haben Rundenzeiten von 2 bzw. 1 Minute.

Sandsack. Trainingsgerät für Boxer, an dem Einzelschläge und Kombinationen geübt werden können. Er eignet sich aber auch zum Training der speziellen boxspezifischen Ausdauer. Ein Sandsack ist üblicherweise mit Textilresten gefüllt, und nicht, wie es der Name nahelegen würde, mit Sand. Eine Sandfüllung würde den Sandsack viel zu hart und schwer werden lassen. Für das Sandsacktraining werden i.d.R. spezielle, flacher gepolsterte Handschuhe genutzt.

Schattenboxen vor dem Spiegel
Schattenboxen vor dem Spiegel
Schattenboxen. Das Schattenboxen ist eine Trainingsform, in der der Boxer ohne Gegner boxt (»gegen seinen Schatten«). Es ist oft Teil der spezifischen Erwärmung, aber auch der Konzentration. Eingeübte Bewegungsabläufe und Schlagfolgen werden wiederholt und verfeinert und unterschiedliche Techniken und Taktiken aneinandergekoppelt. Schattenboxen vor großen Spiegeln dient der Eigenkorrektur von Bewegunsabläufen.

Schlaghand. Die Schlaghand ist die Hand jenes Armes eines Boxers, der stärker ausgebildet ist. Sie ist prädestiniert für die Ausführung der mit Kraft ausgeführten Wirkungsschläge. Schlaghand und Beinstellung korrespondieren miteinander: Bei Linksauslegern, die in der Grundstellung den linken Fuß vorne haben, ist die rechte Hand die Schlaghand. Bei Rechtsauslegern verhält es sich andersherum. Meist besteht ein Zusammenhang mit der Rechts- bzw. Linkshändigkeit eines Boxers: Ein Rechtshänder wird in der ganz überwiegenden Zahl der Fälle auch seine rechte Hand als Schlaghand einsetzen. → auch Führhand

Schüler. Ein Boxer kann einen offiziellen Wettkampf ab dem 10. Geburtstag absolvieren. Schüler (U13) sind Boxer, die das 10. Lebensjahr überschritten, aber am Stichtag (31.12. des Vorjahres) das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. → Altersklassen

Schutzbestimmungen. Im Olympischen Boxen / Amateurboxen sind die Wettkämpfer durch penible Bestimmungen geschützt. Diese Bestimmungen besagen u.a., dass ein Boxer immer dann, wenn er »zu Boden« ausgezählt wird, automatisch einer vierwöchigen Schutzsperre unterliegt und in dieser Zeit weder Wett- noch Sparringskämpfe machen darf. Bei wiederholten K.O.s verlängern sich die Schutzsperren, so dass nach drei schweren K.O.s innerhalb von drei Monaten bereits eine Sperre von einem Jahr ausgesprochen wird. Für junge Sportler ist der Schutz noch größer. Die Bestimmungen regeln bei ihnen auch, wieviel Kämpfe je Jahr erlaubt sind und welcher zeitliche Mindestabstand eingehalten werden muss.

Seilspringen. Seilspringen ist beliebt als eine Übung des Aufwärmtrainings. Zugleich schult und rhythmisiert das Seilspringen die für das Boxen ungemein wichtige Beweglichkeit und Beinarbeit.

Seitwärtshaken. → Haken

Sekundanten in der Ringecke
Sekundanten in der Ringecke
Sekundant. Als Sekundanten bezeichnet man den oder die zwei Betreuer des Boxers während des Kampfes. Einer von ihnen muss mind. ein C-Lizenz-Trainer sein, bei bestimmten Kämpfen werden auch weiterreichende Lizenzen verlangt. Während der einminütigen Rundenpausen darf ein Betreuer zur Versorgung des Kämpfers in den Ring, der andere muss außerhalb der Ringseile bleiben. Die Sekundanten müssen während der Kampfrunden unten an der Ringecke sitzen und sich (allzu lauter) Zurufe und Unterstützungen enthalten. Sie können einen Kampf auch durch Aufgabe abbrechen, indem sie das Handtuch werfen.

Sparring. Unter Sparring versteht man einen Trainingskampf. Beim Sparring können verschiedene Trainingsziele verfolgt werden. Das kann von technisch-taktischen Vorgaben bis hin zur Gewöhnung an die Härte reichen. Das Sparring steht immer unter besonderer Beaufsichtigung. Idealerweise findet das Sparring im Boxring statt, damit sich die Sportler an die räumliche Begrenzung gewöhnen.

Speedball. Kurz aber beweglich aufgehängter kleinerer Ball bestehend aus einer Gummiblase und Ledermantel. Die Bewegung des Balls wird durch eine Plattform begrenzt, die mit der Aufhängung eine Ebene bildet (daher auch Bretterbirne). Schult als Trainingsgerät Koordinationsfähigkeit, Feinmotorik und Armmuskulatur gleichermaßen und ergibt das familiäre ratata-ratata-Geräusch bei gekonnter Benutzung.

Startkarte. Eine Startkarte ist für die ersten Kämpfe eine Alternative zum teureren → Kampfpass. Auf der Startkarte werden die persönlichen Daten des Kämpfers, das Ergebnis der Boxtauglichkeitsuntersuchung und die Ergebnisse der ersten Kämpfe eingetragen. Bei der späteren Ausstellung eines Kampfpasses wird dann die Kampfbilanz des Kämpfers in den Kampfpass übertragen.

»Stopp!« Mit dem Kommando »Stopp!« unterbricht der Ringrichter den Kampf bei einer Regelwidrigkeit. Der Kampf darf erst mit dem Kommando »Box!« wieder aufgenommen werden. → Ringkommandos

Suspensorium. → Tiefschutz

Tiefschlag. Ein Tiefschlag ist ein Schlag unterhalb der durch den Hosenbund gekennzeichneten Gürtellinie. Tiefschläge sind Regelverstöße und werden mit einer Ermahnung geahndet.

Tiefschutz. Für männliche Boxer bei Wettkämpfen vorgeschriebener Schutz vor Tiefschlägen.

Trainer. Nach den Bestimmungen des → DBV dürfen nur lizenzierte Boxtrainer das Training leiten und einem Kämpfer am Ring sekundieren. Die Trainerlizenzen entsprechen dabei den Vorgaben des dreistufigen Lizenzsystems des → DOSB. Die Organisation der Ausbildung ist dem DBV als zuständigem Fachverband übertragen. Die erste Lizenzstufe ist die C-Lizenz, die zweite die B-Lizenz und die dritte die A-Lizenz. Die darauf folgende Stufe ist dann schon der Diplom-Trainer (verbunden mit einem Studium an der Deutschen Trainerakademie des DOSB in Köln).

Trefferfläche am Körper. Es darf nur die Vorderseite des Oberkörpers angegriffen werden, einschließlich des Gesichts. Nach unten hin ist die Trefferfläche durch die Gürtellinie abgegrenzt (gekennzeichnet durch den farblich vom Rest der Kleidung unterschiedenen Hosenbund des Trikots). Schläge auf den Hinterkopf, auf die Rückseite des Oberkörpers oder in die Nieren sind regelwidrig.

Trefferfläche des Handschuhs. Die Trefferfläche ist derjenige Teil des Boxhandschuhes, der bei ungeschützter Faust den ersten Ansatzgliedern der vier Finger jeder Hand oder deren Ansatz- oder Endknöchel dieser Finger entspricht. Nur Treffer, die mit dieser Fläche ausgeführt werden, dürfen als Punkte gezählt werden.

Trikot. Im Amateurboxen ist im Gegensatz zum Profiboxen ein vollständiges Trikot Pflicht. Das Oberteil muss dabei ärmellos sein und der Bund der Hose muss ich farblich vom Oberteil des Trikots so unterscheiden, dass die Gürtellinie klar erkennbar ist.

Unentschieden. → Kampfentscheidungen

Unzen. In »Unzen« wird das Gewicht der Boxhandschuhe angegeben. Es korrespondiert i.d.R. mit der Polsterung der Boxhandschuhe. Für das Training nimmt man üblicherweise stärker gepolsterte Handschuhe (12, 14 oder 16 Unzen, je nach Gewicht und Schlagkraft der Boxer), für den Wettkampf sind Boxhandschuhe mit einem Gewicht von 10 Unzen vorgeschrieben.

Verwarnung. Begeht ein Boxer nach üblicherweise 3 Ermahnungen denselben Regelverstoß ein viertes Mal, so erhält er eine → Verwarnung. Die Verwarnung und ihr Grund werden dem Boxer und den Punktrichtern in einer kurzen Kampfunterbrechung deutlich angezeigt. Nach den Regeln der Wettkampfbestimmungen fallen dem Gegner des verwarnten Boxers durch die Verwarnung 2 Punkte zu. Bei der dritten Verwarnung (auch wenn aus unterschiedlichen Anlässen verwarnt wurde) wird der betreffende Kämpfer disqualifiziert. In begründeten Fällen kann ein Ringrichter eine Verwarnung oder gar → Disqualifikation auch ohne vorherige Ermahnung aussprechen. Häufige Gründe für Ermahnungen und ggf. folgende Verwarnungen sind z.B. wiederholte Innenhandschläge oder ein zu tief gehaltener Kopf.

Vollkontakt. Von einer sog. »Vollkontaktsportart« spricht man, wenn im Wettkampf Schläge mit voller Härte ausgeführt werden dürfen. Dies bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass alle Schläge während eines Wettkampfes auch mit voller Härte ausgeführt werden. Boxen wird klassischerweise im Vollkontakt ausgeübt., so dass ein K.O. ein legitimes Kampfziel sein kann. Gleichwohl sind K.O.s im Amateurboxen relativ selten.

Walk-Over. → Kampfentscheidungen

Wettkampf
Wettkampf im Olympischen Boxen
Wettkampf. Ein Wettkampf ist ein Boxkampf nach den Regeln des Amateurboxens und unter Aufsicht des jeweils zuständigen Verbandes. Er wird geleitet von einem lizenzierten Ringrichter und gewertet von lizenzierten Punktrichtern und darf nur in einem den Regeln entsprechenden Boxring ausgetragen werden. Ein Arzt beaufsichtigt den Kampf. Das Ergebnis des Kampfes wird in die Kampfpässe (oder in die Startkarten) der Boxer eingetragen. Kämpfe ohne Aufsicht des Verbandes sind unzulässig und führen zu Sanktionen. Auch kann Kämpfern die Amateureigenschaft entzogen werden, wenn sie andere Kämpfe als Amateurboxkämpfe bestreiten.

Wettkampfbestimmungen. Die Boxregeln des Olympischen Boxens / Amateurboxens. Ausschlaggebend sind die Regeln der → AIBA. Die nationalen Verbände setzen den international gültigen Standard in jeweils nationale Wettkampfbestimmungen um. Die wichtigsten Boxregeln findest du unter dem Menüpunkt → Wettkampfbestimmungen auf dieser Website.

Wettkampfhandschuhe. Für Wettkämpfe dürfen nur Boxhandschuhe mit einem Gewicht von 10 Unzen genommen werden. Der Kämpfer der blauen Ecke hat im Kampf blaue Handschuhe zu tragen, der Kämpfer der roten Ecke entsprechend rote. Zudem müssen die Handschuhe von der → AIBA und dem → DBV geprüft und zugelassen sein und entsprechende Prüfmarken aufweisen.

Wiegen. Für Wettkämpfer kommt dem Wiegen eine besondere Bedeutung zu. Es gilt, die ideale Gewichtsklasse zu ermitteln und in erreichbarer Nähe zu behalten. Regelmäßige Gewichtskontrollen sind daher bei Wettkämpfern angezeigt. Am Wettkampftag findet zwei Stunden vor Beginn das offizielle Wiegen statt. Unter Aufsicht wird auf einer meist geeichten Waage das Gewicht aller gemeldeten Boxer ermittelt.

Zahnschutz. Der Zahnschutz ist bei Wettkämpfen vorgeschrieben. Hierzu erwärmt man einen vorgefertigte Form im Wasserbad und passt sie an die Zahnreihen des Oberkiefers an. Nach dem Abkühlen erhält man so ein Unikat, dass dem eigenen Kiefer angepasst ist. Der Zahnschutz soll zum einen die Zähne vor den Wirkungen eines direkten Schlages schützen, zum anderen soll er aber auch ein unkontrolliertes Aufanderprallen der Zähne mit der Gefahr von Teilabbrüchen verhindern. Auch im Training ist ein Zahnschutz immer dann dringend angeraten, wenn mit Handschuhen gearbeitet wird und auch nur die Möglichkeit unbeabsichtigter Treffer besteht. An den Zahnschutz müssen sich viele Sportler erst mit der Zeit gewöhnen. Nicht zuletzt kostet er während des Trainings oder gar Kampfes auch einiges an Luft.

Zu Boden. Ein Kämpfer gilt als zu Boden gegangen, wenn er mit irgendeinem anderen Körperteil als den Füßen den Ringboden berührt. Dies muss nicht immer auf Schlagwirkung zurückzuführen sein. Auch Stolpern kann die Ursache für ein »zu Boden gehen« des Kämpfers sein. In jedem Fall wird der Kampf unterbrochen, da ein zu Boden gegangener Kämpfer nicht mehr angegriffen werden kann. Sollten die Handschuhe den Boden berührt haben, muss der entsprechende Kämpfer die Handschuhe am Trikot abputzen, damit der Gegner durch nachfolgende Schläge keinen Dreck in die Augen bekommt.

Lonsdale sponsort die Boxer des FC St. Pauli
Das aureos Sportstudio unterstützt die Boxer des FC St. Pauli
Folge dem BC Barraduda im FC St. Pauli auf facebook
English Turkish Russian Spain Polish French